Veranstaltungen / Aktivitäten

Hintergrund

Die Boulevardpresse bezeichnet den MRSA (Methicillin resistenten Staphylococccus aureus) gern als „Killerkeim“. Für die Bevölkerung ist aber Angst oder gar Panik kein guter Ratgeber!
Im Zusammenhang mit multiresistenten Erregern (MRE) ist diese Angst im Wesentlichen nicht nur ein Resultat der laienhaften medialen Verarbeitung des Themas sondern auch einer unzureichenden Kenntnis über Krankheitserreger allgemein.

Unkenntnis oder unzureichende Kenntnis bei Patienten, aber auch bei Ärzten und medizinischem Fachpersonal führt zu Unsicherheiten im Umgang mit multiresistenten Krankheitserregern.
Dazu kommt in Kliniken und Arztpraxen die Angst vor Behandlungsfehlern mit möglicherweise rechtlichen Konsequenzen.

Aus Sicht des öffentlichen Gesundheitsdienstes ist immer wieder als Folge zu beobachten, dass die MRE- Problematik entweder negiert wird oder einer Besiedlung/ Infektion mit überzogenen pflegerischen Maßnahmen begegnet wird.

Weder das eine („zu wenig“) noch das andere („zu viel“) ist gut und Ziel führend.
Vielmehr gilt es, angemessen und fachlich richtig zu reagieren.

Zielsetzung

Das MRE- Netz Mittelhessen misst insbesondere der rationalen Antibiotika-Therapie eine zentrale Beutung bei, so dass dieses Thema als zentraler Bestandteil aller bisherigen ärztlichen Fortbildungen des MRE- Netz Mittelhessen aufgegriffen wurde.

Prof. A. Friedrich (Groningen), einer der Pioniere im Kampf gegen multiresistente Erreger in Deutschland und Gründer des MRSA- Netzwerkes Twente-Münsterland (EursafetyHealth-net), stellte in seinem Vortrag anlässlich der ersten Fortbildungsveranstaltung des MRE- Netzes Mitelhessen am 5. Oktober 2012 in Marburg eindrücklich die Ursachen und Auswirkungen einer fehlerhaften Antibiotika- Therapie dar. Dabei ging er auf einen Ländervergleich des Umgangs mit Multiresistenten Erregern zwischen Holland und Deutschland ein.

Der Vortrag von Prof. R. Mutters (Marburg), verdeutlichte in seinem Beitrag „Multiresistente Erreger – zwischen Selektionsdruck und Hygiene“ die Notwendigkeit einer korrekten Anwendung von Antibiotika in Klinik und Praxis sowie geeigneter Hygienemaßnahmen für den erfolgreichen Kampf gegen multiresistente Erreger.

Mit dem Thema „Hygiene in der Arztpraxis, was tun bei MRE?“ wurden den mehr als 100 Teilnehmern der gut besuchten Veranstaltung darüber hinaus erstmals die wesentlichen Inhalte der von der Arbeitsgruppe „Niedergelassene Medizin“ des MRE- Netz Mittelhessen ausgearbeiteten Empfehlungen zur Hygiene präsentiert.

Auch auf der überregionalen ärztlichen Fortbildung am 17. April in Aßlar wurde das Thema der rationalen Antibiotika-Therapie erneut aufgegriffen und außerdem die Empfehlungen der Arbeitsgruppe „Niedergelassene Medizin“ zu den Themen Screening und Sanierung vorgestellt.

Tour- Konzept

Im Mai und Juni 2013 fanden verschiedene Fortbildungsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen statt.
Hierbei kam erstmals das „Tour-Konzept“ des MRE-Netz Mittelhessen zur Anwendung.
Die Fortbildungsveranstaltung mit Präsentation der Empfehlungen der Arbeitsgruppen „Ambulante“ bzw. „Stationäre Pflege“ wurde inhaltsgleich an je einem Ort der fünf beteiligten Landkreise durchgeführt. Im Sinne kurzer Wege und möglichst optimaler Multiplikator- Wirkung soll dieses Konzept auch für zukünftige Fortbildungsveranstaltungen genutzt werden.
Die Fortbildungsveranstaltungen Dank der unentgeltlichen Bereitstellung von Veranstaltungsräumlichkeiten durch Krankenhäuser und Kommunen bisher kostenfrei und damit wirtschaftlich gestaltet werden.