Arbeitsgruppe Niedergelassene Medizin

Teilnehmer
Die Arbeitsgruppe (AG) Niedergelassene Medizin hat sich nach der Auftaktveranstaltung am 21. März 2012 konstituiert und ist seitdem zu mehrfachen Sitzungen in Marburg zusammen gekommen. In der AG sind überwiegend Hausärztinnen / Hausärzte, aber auch ein Zahnarzt und ein Chirurg aus dem Raum Mittelhessen sowie ein Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen engagiert. Frau Prof. E. Baum, ehemalige Leiterin der Abteilung für Allgemeinmedizin an der Philipps-Universität Marburg und niedergelassene Hausärztin in Biebertal, ist gewählte Sprecherin der AG und vertritt deren Positionen und Interessen innerhalb der Gremien des MRE- Netz Mittelhessen. Als Vertreter des Öffentlichen Gesundheitsdienstes koordinierte Herr Dr. Martin Just (Landkreis Marburg-Biedenkopf) bis zum 30.09.2015 die Aktivitäten der Arbeitsgruppe. Seit dem 1. Oktober 2015 hat Frau Dr. Susanna Puttkammer (Landkreis Gießen) diese Funtkiion inne.

Zielsetzung
Die inhaltliche Arbeit folgte im Wesentlichen drei Vorgaben des MRE-Netz Mittelhessen:

  1. Die zu erarbeitenden Empfehlungen müssen praktikabel und praxisgerecht sein und dabei im Einklang mit den Leitlinien der Fachgesellschaft und den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) stehen.
  2. Die Empfehlungen sollen umfassend, jedoch knapp und eindeutig formuliert sowie mit konkreten Hinweisen zur Durchführung versehen sein.
  3. Die Darstellung der Empfehlungen soll übersichtlich umgesetzt werden und dadurch eine schnelle und gezielte Orientierung im Praxis- Alltag ermöglichen.

Ergebnisse
Als erstes konnte der Vorschlag für einen Einrichtungs-übergreifenden Überleitungsbogen fertig gestellt und als Beitrag zur Erarbeitung einer hessenweiten Vorlage in eine Arbeitsgruppe beim Hessischen Sozialministerium eingebracht werden. Mittlerweile liegt ein einseitiger Überleitbogen vor, der landesweit zur Anwendung kommen soll.
Intensiv und in Teilen kontrovers wurde über die erforderlichen Hygiene- Maßnahmen diskutiert. Bei der fachlichen Auseinandersetzung wurde einerseits zwar deutlich, dass die Einhaltung der Standardhygiene auch im Umgang mit MRE im Regelfall ausreichend ist. Andererseits offenbarte sich aber, dass über Umfang und Ausgestaltung der Standardhygiene vielfach unterschiedliche Auffassungen existieren. Wesentliche Maßnahmen der Standardhygiene wurden daher auch dann in die Hygieneempfehlungen aufgenommen, wenn sich im konkreten Fall für den Umgang mit MRE kein von der Routine abweichendes Vorgehen empfiehlt (z B. Indikationen und Durchführung der Hände- und Flächenhygiene). Die Ausarbeitungen wurden am Muster der tabellarisch gestalteten Reinigungs- und Desinfektionspläne orientiert, die in Praxen weit verbreitet und etabliert sind. Zusätzlich soll die gewählte inhaltliche Untergliederung (Personalhygiene, Allgemeine Hygiene, Hygiene bei Diagnostik und Therapie, Organisation) der schnellen und gezielten Informationsgewinnung dienen.

Bezüglich des MRSA- Screenings bestand Einigkeit, neben den Indikationen auch praktische Hinweise für die praktische Durchführung in die Empfehlungen aufzunehmen und auf Indikationen für das Angehörigen und Mitarbeiter- Screening einzugehen, da hierzu immer wieder Fragen im Praxisalltag auftauchen.
Angesichts der Tatsache, dass die MRSA- Sanierung mit erheblichen Aufwand verbunden ist, war der Arbeitsgruppe Niedergelassene Medizin daran gelegen, die erforderlichen Einzelmaßnahmen umfänglich, konkret und Laien-verständlich darzustellen, um den Erfolg der Sanierungsbehandlung nicht durch „handwerkliche Fehler“ zu gefährden.
Unabhängig von der Möglichkeit, dass die unzureichende Honorierung, die fehlende Kostenübernahme durch die Krankenversicherung wie auch der administrative Aufwand erhebliche Hindernisse bei der konsequenten Umsetzung der erforderlichen und empfohlenen Maßnahmen darstellen können, bleibt festzuhalten, dass die MRE- Problematik zunehmend Einzug im ambulanten Bereich hält und dass sich die betroffenen Akteure in Medizin und Pflege verantwortungsvoll diesem Thema stellen müssen.
Die von der AG Niedergelassene Medizin ausgearbeiteten Empfehlungen waren die ersten, die vom erweiterten Vorstand des MRE- Netz Mittelhessen verabschiedet wurden. Als praktikable, praxisgerechte Empfehlungen geben diese den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen fachlich fundierte Handlungssicherheit im Alltag

Die seit Sommer 2016 in Überarbeitung befindlichen Hygiene-Empfehlungen wurden im Oktober 2016 vom Erweiterten Vorstand des MRE-Netz Mittelhessen verabschiedet.