Händehygiene

Die Hände sind unser zentrales Arbeitsmittel und die wichtigste Kontaktfläche zur Umwelt. Egal was wir in unserem Leben tun, immer sind die Hände in irgendeiner Weise beteiligt. Leider sind dadurch die Hände auch zugleich die wichtigsten Überträgermedien für Krankheitserreger, also auch den MRE. Darum gilt in der Hygiene den Händen der Menschen ein besonderes Augenmerk.

Im normalen Alltag reicht das Waschen der Hände in aller Regel aus. Selbst gegen die Verbreitung von Viren, z.B. während der Grippesaison, ist das Waschen der Hände ein probates Mittel der Vorbeugung. Wenn Sie allerdings Kontakt zu MRE haben, egal ob als Betroffener oder als Angehöriger, empfehlen wir statt der Händewaschung das Desinfizieren der Hände mit einem handelsüblichen alkoholischen Händedesinfektionsmittel.

Wie sollten Sie vorgehen?

Zunächst ist es wichtig ein sicher wirkendes Händedesinfektionsmittel zu erwerben. Hierbei hilft Ihnen ihre Apotheke gern weiter. Mittel, die in Supermärkten frei verkäuflich sind können zwar ebenso helfen, aber achten Sie dann unbedingt darauf, dass das Mittel den Vermerk „VAH gelistet“ trägt. Der Verbund für angewandte Hygiene testet und bewertet Desinfektionsmittel auf hohem wissenschaftlichem Standard. Mit solchen gelisteten Mitteln haben Sie die Sicherheit, dass das Mittel auch ausreichend wirksam ist.
► Ganz wichtig: Desinfektionsmittel für andere Anwendungen (Flächen, Spülmaschinen, Fußböden, Mülleimer) sind für die Händedesinfektion nicht geeignet!!!

Wann sollten Sie die Hände desinfizieren?

Hier gibt es einen Unterschied, ob Sie selbst betroffen sind oder ob Sie einen Angehöriger eines MRE- Trägers sind:

MRE-Träger Angehöriger
Nach Kontakt zu Körperstellen, an welchen MRE nachgewiesen wurde Nach Kontakt zu dem von Ihnen Betreuten MRE-Träger
Bevor Sie die Wohnung/das Zimmer (Altenwohnanlage) verlassen Nachdem Sie die Wohnung/das Zimmer (Altenwohnanlage) des Betroffenen verlassen haben
Bevor Sie an sich pflegerische Tätigkeiten ausüben (z.B. Insulin injizieren, Verbände wechseln) Bevor und nachdem Sie pflegerische Tätigkeiten ausüben (z.B. Insulin injizieren, Verbände wechseln o.ä.)
Nach dem Toilettengang Nach dem Besuch der Toilette, die auch der von Ihnen Betreute Mensch benutzt
Vor der Nahrungszubereitung Vor der Nahrungszubereitung


Wie sollten Sie sich die Hände desinfizieren?

Geben Sie einfach eine ausreichende Menge (eine Hohlhand voll) des Mittels in die trockene Hand und verreiben Sie es sorgfältig über die ganze Hand. Denken Sie besonders an die Fingerzwischenräume, die Handkanten, die Daumen und die Fingerkuppen. Wenn Sie entsprechend sorgfältig vorgehen wird eine Händedesinfektion mindestens die vorgeschriebenen 30 Sekunden dauern.
► Ganz wichtig: Kombinieren Sie nicht das Waschen der Hände mit einer Händedesinfektion. Das Waschen schädigt die Haut in aller Regel mehr als die Händedesinfektion. In der Kombination kann der schädigende Einfluss durch das Waschen aber verstärkt werden. Zudem verdünnen Sie das Händedesinfektionsmittel, das dann nicht mehr ausreichend wirksam ist.

Was tun wenn ich das Mittel nicht vertrage?

Wenn Ihre Haut trocken werden sollte kann dies an mehreren Faktoren hängen:
-    Sie waschen die Hände sehr häufig statt sie zu desinfizieren. Wasser und Seife trockenen die Hände stärker aus als die Händedesinfektion!
-    Sie reiben sich die Hände nicht ausreichend lag ein. In den Händedesinfektionsmitteln sind noch pflegende Substanzen enthalten, die aber auch einen Zeitraum von ca. Sekunden benötigen um wirksam zu werden. Wird das Reiben der Hände vor Ablauf dieser Zeit eingestellt können diese Mittel ihre Wirksamkeit nicht erreichen.
-    Sie vertragen bestimmte Zusatzstoffe in dem Mittel nicht. Hier hilft oft eine Umstellung auf ein anderes Mittel.

► Ganz wichtig: Im Zweifel lassen sie sich bitte von Ihrem Hausarzt oder Dermatologen (Hautarzt) beraten.